Innovationen
Zeit für Entdecker
Die Photonik ist jung, und sie wächst schnell: Entwickler arbeiten täglich daran, optische Technologien zu optimieren und neue Anwendungsgebiete zu erschließen. Die Branche gilt nicht umsonst als Industriezweig mit einer der höchsten Innovationsraten. Photonik produziert laufend Ideen – die jüngsten stellen wir Ihnen vor.
Einblick: Photonik 2020
Das Lichtwunder – Vom ersten Strahl zur deutschen Photonik-Branche. Licht das ist Medium der Weltrekorde. Sehe Sie hier, welche Potenziale die Photonik eröffnen.
Leistungsstarker Druck
In innovativen Druck- und Härtungsanwendungen kommen immer häufiger UV-LED Systeme zum Einsatz. Doch dabei können unterschiedliche Arbeitsabstände zwischen Lichtquelle und Material den Prozess beeinträchtigen. Heraeus Noblelight gelang es, mit einer speziellen mikrooptischen Technologie diese Schwäche zu kompensieren: NobleCure ermöglicht eine an den Arbeitsabstand optimierte Strahlformung. Die Auskopplungseffizienz des UV-LED Systems wird um mehr als 50 Prozent erhöht. Darüber hinaus bleibt die Bestrahlungsstärke relativ stabil, auch bei zunehmender Distanz zwischen Material und Lampe. NobleCure kann in verschiedenen Arbeitsabständen zum Substrat eingesetzt werden, ohne dass eine Umrüstung notwendig ist. Die UV-LED Speziallichtquelle ist für Inkjet- Anwendungen wie für Offset- oder Flexodruck interessant, ebenso für Klebstoffhärtung oder Lithographie-Applikationen, bei denen Objekte in unterschiedliche Formen mit ultraviolettem Licht behandelt werden.
Sicherheit beim Zahnarzt
Höchste Präzision in der Zahnarztpraxis: Carl Zeiss Jena stattet seine Lupenbrille EyeMag® Smart mit speziellen Laserschutzgläsern und Okularschutz aus. EyeMag Smart ermöglicht eine präzise Laserbehandlung mit 2,5-facher Vergrößerung – Zahnärzte können damit selbst kleinste Details erkennen, helle Filter verstärken zudem die Farben. Die Brillengläser schützen die Augen vor den üblichen Wellenlängen und wegen der gewölbten Form der Gläser auch vor seitlicher Bestrahlung.
Neue Generation von Lichtmikroskopen
Anordnungen von Proteinen und anderer Biomoleküle in Zellen detailgetreu abzubilden – eine Herausforderung für Wissenschaft und Medizin. Je mehr Einblick die Wissenschaft in diese grundlegenden Prozesse des Lebens erhält, desto besser können Ursachen von bisher unheilbaren Krankheiten aufgeklärt werden. Das Institut für Zytobiologie der Universität Marburg testet derzeit als eines von weltweit nur vier Instituten ein Lichtmikroskop mit einer Auflösung weit unterhalb der Beugungsgrenze. „Damit können Auflösungen von bis zu 25 Nanometern erreicht werden – wir sehen selbst subzelluläre Strukturen oder Proteinkomplexe weit unterhalb der lichtmikroskopischen Auflösungsgrenze“, so Zellbiologe Ralf Jacob. Das Marburger Institut wird von Leica Microsystems unterstützt. Damit baut das Unternehmen seine Innovationsführerschaft im Markt für superauflösende Lichtmikroskopie und Nanoskopie weiter aus. „Wir erweitern unser Portfolio für Höchstauflösung, damit ein noch größerer Anwenderkreis unsere innovative Technologie für den wissenschaftlichen Fortschritt einsetzen kann,“ erklärt Anja Schué von Leica Microsystems.
Feuer früh erkennen
Gewöhnliche Feuersensoren spüren Brände erst auf, nachdem sie ausgebrochen sind – zu spät, um erste Schäden zu vermeiden. Das Brandfrüherkennungssystem ARTUS der m-u-t AG setzt deshalb viel früher an: Mit Hilfe langwelliger Infrarotstrahlung wird die Oberflächentemperatur einer Anlage kontinuierlich überwacht. Das System spürt schon vor der Entstehung des Brandes kritische Zustände auf – und schlägt rechtzeitig Alarm. Bereits das Basismodell verfügt über die komplette Messtechnik und garantiert die volle Leistungsfähigkeit des Systems. Je nach individuellen Anforderungen kann es mit Ausrüstungsdetails wie Schwenk-Neige-Kopf, Alarmierungssoftware oder Fernbedienkonsole optimal konfiguriert werden.
Kunststoff gegen Karies
Mit Karies haben fast alle Menschen zu kämpfen: Die Zahnfäule entsteht durch saure Stoffwechselprodukte von Bakterien. Zahnärzte entfernen die schadhaften Stellen und füllen sie mit einem Ersatzmaterial. Statt auf Amalgam, Gold oder Keramik zu beißen, entscheiden sich immer mehr Patienten für ein unauffälliges Dental-Komposit. Was viele nicht wissen: Seine besonderen Eigenschaften verdankt dieses langlebige Füllmaterial den beiden Schlüsselkomponenten: einem lichthärtenden Kunststoff und bis zu 80 Prozent hochreinem Glaspulver. „Erst das Glaspulver macht die Füllung dauerhaft belastbar und verleiht ihm eine zahnschmelzähnliche, natürliche Ästhetik“, sagt Sabine Pichler-Wilhelm, Manager Research & Development bei SCHOTT in Landshut. SCHOTT zählt seit den 1970er Jahren zu den führenden Anbietern von Glaspulvern für Dental-Komposite, Glas-Ionomer-Zement und Kompomere.
Sanfte Kosmetik
Gepulstes Licht ermöglicht eine sanfte Haarentfernung und Hautbehandlung. Kernstück der Technologie sind sogenannte Blitzlampen. Sie müssen eine besonders hohe Qualität aufweisen, damit eine sichere und effektive Behandlung möglich ist. Heraeus Noblelight Ltd. hat eine neue Methode entwickelt, die den Zündprozess verbessert und den Einsatz stärkerer, effektiverer Lampen ermöglicht. Zur Verbesserung des Zündprozesses bringen Hersteller gewöhnlich ein Teil des Elektrodenmaterials auf die Innenseite der Lampe auf - dieses Verfahren führt oft zu einer Verringerung der Lebensdauer der Lampe. Heraeus gelang es, mittels Laser eine bestimmte Menge des Elektrodenmaterials punktförmig an eine definierte Stelle zu setzen. Dadurch wird die Zündspannung signifikant gesenkt, bei ersten Testreihen um mehr als 60%. Außerdem findet der Zündprozess zuverlässiger und gleichmäßiger statt. Mit der gleichen Stromversorgung kann eine stärkere Lampe genutzt werden – die Basis für eine bessere Behandlung.
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